Chronik 1981 – 1990

Der Spielmannszug im Heimatschutzverein Ottbergen wurde im Februar 1981 im „Gasthof Spalting“ gegründet. Walter Hilpert und Heinz Schlüter begrüßten damals 28 junge Leute aus Ottbergen und Bruchhausen, die Interesse an der Spielmannsmusik hatten. Der damalige Vorsitzende des Heimatschutzvereines Ottbergen Alfred Specht hatte Walter Hilpert dazu ermutigt, in Ottbergen einen Spielmannszug zu gründen. Walter Hilpert war bis zu der Zeit Tambourmajor im Spielmannszug Godelheim und hatte sich durch sein Können einen großen Namen im Kreis Höxter erworben. Heinz Schlüter, ebenfalls aus Godelheim, konnte als Tambour-Ausbilder gewonnen werden und hatte durch einen Zeitungsartikel und durch Mundpropaganda für die Gründung des Spielmannszuges in Ottbergen geworben.

Ausbildung 1981Walter Hilpert und Heinz Schlüter waren freudig überrascht, als sich so viele junge Menschen bei der Gründungsversammlung in der Gastwirtschaft Spalting einfanden. Einige hatten bereits Erfahrungen mit der Marschmusik gemacht, da in Ottbergen schon ein Fanfarenzug existierte, der aber nicht mehr aktiv war. Der ehemalige Vorstand des Fanfarenzuges erklärte sich bereit, die noch vorhandene Kasse an den Spielmannszug abzutreten. Dieses vorhandene Geld reichte jedoch lange noch nicht aus, um einen Spielmannszug zu gründen. Daraufhin erreichte Alfred Specht beim Heimatschutzverein Ottbergen die Zusage eines zinslosen Kredits und weiterer Unterstützung durch den Heimatschutzverein. Aus diesem Grund heißt der Spielmannszug bis heute „Spielmannszug im Heimatschutzverein Ottbergen“.

Endlich war es so weit: Wir konnten das erste Mal proben. Geübt wurde in einem Raum über der Turnhalle der Grundschule. Schon nach neun Wochen wurde das erste Ständchen gebracht. Dieses bestand aus dem halben Marsch „Das Lieben bringt groß Freud“. In dem ersten Jahr wurden insgesamt drei Märsche eingeübt, was für so einen jungen und unerfahrenen Verein schon eine große Leistung war.

Gedenksteinenenthüllung - Zeitungsartikel 1981

1981 überlegte sich der Vorstand des Spielmannszugs im Heimatschutzverein Ottbergen, ein Pokalschießen mit den Musikzügen, aus den Orten entlang der Nethe auszurichten. Am 27. September 1981, hatte der Spielmannszug dann, in Verbindung mit der Gedenk-steinenthüllung zur Erinnerung an die 1100-Jahr-Feier in Ottbergen, seinen ersten öffentlichen Auftritt. „Viel Fleiß und Ausdauer hatten die 35 Aktiven unter der gemeinsamen Leitung von Walter Hilpert und Heinz Schlüter, der die Trommlerausbildung übernahm, aufwenden müssen, um innerhalb eines halben Jahres ihr spielerisches Können zu präsentieren“ hieß es im Zeitungsartikel. Anschließend fanden sich auf dem Schießstand in Ottbergen die Musikzüge aus Brakel, Erkeln, Hembsen und Riesel ein, um den Nethepokal zu erkämpfen. Die Bewirtung hatte der Spielmannszug Ottbergen, unter der Federführung von Ursula Hilpert, selbst organisiert. Am späten Nachmittag stand dann der Spielmannszug Ottbergen als Sieger fest. Da diese Veranstaltung von der Gemeinde sehr gut angenommen wurde, konnte auch etwas Geld verdient werden, was der junge Verein dringend nötig hatte. Dieser Wettbewerb wird noch heute, immer im Wechsel der Musikzüge aus den Ortschaften Erkeln, Hembsen, Ottbergen und Riesel fortgeführt. Die Musiker freuen sich darauf, nicht nur Musik zu machen, sondern auch einmal im Jahr als Wettkampfschütze tätig zu sein.

Karneval 19851982 organisierte der Spielmannszug die erste Karnevalsfeier im Saal Knepper. Nachmittags hatte die Jugend das Wort und am Abend feierte man bei vollem Saal, mit selbst geschriebenen Büttenreden und Gesangsstücken, den „Ottberger Karneval“. Von Ursula Hilpert geschminkt, entpuppten sich viele Musiker als echte Entertainer, und in den folgenden Jahren gehörte der „Ottberger Karneval“ zu einen der Höhepunkte in der Dorfgemeinschaft. Leider musste aus Bautechnischen Gründen des Saals, die Veranstaltung nach sechs erfolgreichen Jahren beendet werden.

Zeltlager 19831983 fand das erste Zeltlager auf dem Schießstand in Ottbergen statt. Das gesamte Zeltlager ging vier Tage lang, Höhepunkte dieser Tage waren sicherlich die Nachtwanderung und ein erfolgreich abgewehrter Überfall. Alle Teilnehmer hatten eine Menge Spaß, sodass weiteren Zeltlagern nichts mehr im Wege stand.

1984 wurde das „Instrumentarium“ durch Kesselpauken-behänge, die von Leonard Specht gestiftet wurden, komplettiert.

Im Dezember 1985 besuchte der Vorstand des Spielmannszugs eine Feier der Fanfare „MOED en IJVER“ in Blitterswijck. Walter Hilpert hatte mit Bert Martens aus Blitterswijck, der im Vorstand der Fanfare tätig war, Kontakt aufgenommen. Schon nach wenigen Stunden in Holland knüpfte man freundschaftliche Kontakte und lud das gesamte Orchester zum Musikfest 1986 ein.

Musikfest 1986Vom 5. – 7. September 1986 feierte der Spielmannszug dann sein erstes Musikfest, anlässlich des 5-jährigen Bestehens. Gefeiert wurde in einem Festzelt auf dem Gelände des „Wiemers-Meyerschen Hofes“, zu dem über 20 Musikzüge in Ottbergen zu Gast waren. Ursula Hilpert, die gute Seele des Vereins, hatte das Festzelt hervorragend geschmückt, und nach der Musik der Tanzband „Riverside“, war die Stimmung an allen drei Tagen sehr gut. Der ganz besondere Höhepunkt war jedoch die Fanfare „MOED en IJVER“ aus Blitterswijck, die mit 108 Musikern das Fest bereicherte. Alle holländischen Gäste wurden in Privatunterkünften der Gemeinden Ottbergen und Bruchhausen untergebracht. Hier zeigte sich, dass alle Einwohner hinter dem Spielmannszug stehen, denn sonst hätte diese organisatorische Meisterleistung niemals stattfinden können. Die Fanfare bedankte sich bei allen Ottbergern und Bruchhäusern in dem sie auf dem Festfrühstück ein Konzert der ganz besonderen Art gaben. Zusammen mit der Drumband aus Blitterswijck spielte die Fanfare „MOED en IJVER“ nicht nur beliebte Stimmungslieder, sondern auch schwerste Konzert- und Operettenstücke. Besuch in Blitterswijck 1988Toni Wimmer aus Saaldorf in Bayern wurde auf diesem Fest als Ehren-mitglied in den Spielmannszug aufgenommen und wir freuen uns immer, wenn er in Ottbergen zu Besuch ist.

Auf einer dreitägigen Vereinsfahrt im Juni 1988, besuchte dann der Spielmannszug die Fanfare „MOED en IJVER“ in Blitterswijck. Diese drei Tage bleiben allen Mitgliedern in bester Erinnerung. Konnten hier doch noch neue Freundschaften geknüpft oder alte wieder aufgefrischt werden.

Am 15. November 1988 wurde die erste Spielmannszug-Ehe geschlossen. Heinz und Eva Schlüter (geb. Jostes) gaben sich im Standesamt Höxter, vor den Trauzeugen Walter und Ursula Hilpert, das Ja-Wort. Die kirchliche Trauung fand im Juli 1989 statt, bei der sogar die Drumband aus Blitterswijck  zu Gast war. Drumband in Ottbergen 1989Diese Feier, auf der 650 Liter Bier und 106 Flaschen Schnaps verzehrt wurden, wird allen, vor allem dem Brautpaar, in bleibender Erinnerung bleiben.

1989 nahm das „Männerballett“ des Spielmannszugs an der Westfälischen Meisterschaft in Harsewinkel teil. Man hatte wochenlang geübt, und als sich die sechs bildhübschen Männer um Norbert Wiesemann, wie Grazien über die riesige Tanzfläche der Harsewinkeler Halle bewegten, wurde man mit „Ständig Ovations“ und einem sehr guten 11 Platz belohnt.

1990 wurde der Vereinsraum im „Wiemers-Meyerschen Hof“ eingeweiht. Der Gesangsverein und der Spielmannszug hatten in Eigenleistung einen wunderschönen Raum geschaffen, wo auch heute noch geprobt wird. In diesem Jahr wurde auch eine Sprach- und Musikanlage gekauft, die später kontinuierlich erweitert wurde und jetzt einen beträchtlichen Wert darstellt.

 

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